Volkswagen (WKN: 766403) ist so etwas wie der Tesla (WKN: A1CX3T)-Jäger Nummer eins unter den deutschen Auto-Aktien. Der frühere CEO Herbert Diess hat den Autohersteller hart, aber bestimmt auf einen klaren Elektro-Kurs fokussiert – und kam damit zwar bei vielen Anlegern, aber nicht in allen Teilen des Konzerns gut an. Unter dem neuen CEO Oliver Blume wird nun klar: Die Aufholjagd auf Tesla ist noch aussichtsloser als gedacht.

Das sind harte Worte. Aber neuen Insiderinformationen des Manager Magazins und des Handelsblatts zufolge kann man kaum eine andere Schlussfolgerung ziehen. Investoren der VW-Aktie müssen sich fragen, ob ihre Investitionsthese noch Bestand hat.

Brisante Insider-Enthüllungen

Dass Tesla in Sachen Fertigung, Software und Technologie einen gewissen Vorsprung auf etablierte Autohersteller wie Volkswagen besitzt, bestreiten wohl die allerwenigsten. Auch der Ex-CEO Herbert Diess gestand diesen Rückstand regelmäßig ein.

Nun ist eine Aufholjagd nötig, um diesen Rückstand wieder einzuholen und Tesla im besten Fall noch zu überflügeln. Herbert Diess versuchte, das Dickschiff Volkswagen in die korrekte Richtung zu steuern: Mehr Fokus auf selbst entwickelte Software, von Grund auf entwickelte Elektroauto-Plattformen und sogar ein neues Werk im Wolfsburger Umland, um die auf dieser neuartigen Plattform „Trinity” aufbauenden Elektroautos möglichst effizient herstellen zu können. 2026 sollten die ersten Stromer der neuen Generation vom Band rollen.

Doch nun muss Nachfolger Oliver Blume wohl die Deadline verschieben, berichten Insider. Die Rede sei von einer Verzögerung von zwei bis drei Jahren, vielleicht aber auch bis 2030. Auch das neue Werk wurde angeblich gestrichen. Ein wichtiger Knackpunkt soll dabei die Entwicklung der eigenen Fahrzeugsoftware sein. Für zwischenzeitliche Elektroauto-Neuerscheinungen werde man sich mit Auffrischungen der aktuellen Plattform MEB behelfen.

Volkswagen: Auf verlorenem Posten

Die Aussichten der Wolfsburger, in den kommenden Jahren technologisch zu Tesla aufzuschließen, waren ohnehin schon mau. Trinity hätte 2026 im Grunde die Hardware geliefert, die die Amerikaner heute schon bauen. Nun könnte es erst 2029 so weit sein. Und auch in Sachen Software hatte Volkswagen vor Kurzem eine mittelmäßige Schock-Nachricht zu verkünden.

Tesla-CEO Elon Musk sagte vor einigen Wochen, man arbeite an einer neuen Fahrzeugplattform, mit der man mit Elektroautos zu 50 % der Kosten und des Aufwands herstellen wolle, die heute für ein Model 3 anfielen. Anders gesagt: Tesla will seine ohnehin schon hohe Produktivität verdoppeln.

Das bedeutet: Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Tesla Volkswagen eine ganze Generation voraus sein wird, wenn die Trinity-Modelle endlich auf die Straßen kommen. Die Tesla-Modelle dürften dann sowohl in der Produktion als auch für den Endkunden weniger kosten sowie bei der Software überlegen sein. Das bedeutet mehr Marktanteil bei mindestens gleichbleibenden Gewinnmargen für die Amerikaner. Und das Gegenteil für Volkswagen.

Herbert Diess und Oliver Blume sind keine Vorwürfe zu machen. Der Volkswagen-Konzern ist ein schwerfälliger Koloss mit über Jahrzehnte gewachsenen Strukturen, Kompetenzen, Abläufen und Werten. Nun zeigt sich das auch im Newsflow zur VW-Aktie. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.

Der Artikel Wie Tesla davonzieht, während Volkswagen immer weiter ins Hintertreffen gerät ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla und Volkswagen AG.

Motley Fool Deutschland 2022

Autor: Christoph Gössel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst (TMFchrisgsl)


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