Es gibt nicht wenige bekannte Wirtschaftswissenschaftler, die derzeit vor den immensen Risiken warnen, die die Weltwirtschaft – und damit auch die allermeisten Aktien – belasten. Der Harvard-Professor und Ex-IWF-Chefökonom Kenneth Rogoff ist einer von ihnen. Er sieht einen „perfekten Sturm“ für die Weltwirtschaft aufziehen.

Wie können Anleger in diesem Umfeld noch in Aktien investieren?

Ungünstige Vorzeichen für Aktien

Die Ausgangslage ist tatsächlich alles andere als positiv für die meisten Aktien.

Denn der Trend zur Globalisierung, der für steigenden Wohlstand durch bessere Arbeitsteilung sorgte, kehrt sich ins Gegenteil um. Das bremst das Wirtschaftswachstum und treibt die Inflation in einer Phase an, in der sich beide Kennzahlen sowieso schon in ungünstige Richtungen bewegen. Die geopolitische Instabilität kommt als neuer Risikofaktor noch hinzu.

Am ehesten könnten sich wohl noch die USA von dieser Phase erholen, da die Abhängigkeit von ausländischer Energie gering ist. Unter genau dieser Abhängigkeit leiden derzeit viele europäische Länder. Und selbst China, das in den letzten Jahrzehnten immer ein verlässlicher Wachstumsmotor war, steckt derzeit in einer tiefen Krise.

Kenneth Rogoff sieht das Risiko, dass sich alle drei Wirtschaftsräume gleichzeitig in eine Rezession bewegen könnten – der „perfekte Sturm“. Konjunktursensible Unternehmen würden unter dieser Situation extrem leiden. Aber wahrscheinlich würden so gut wie alle Aktien in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wie ich über diese Risiken nachdenke

Auch ich habe angesichts dieser düsteren Aussichten bereits über Aktienverkäufe nachgedacht. Aber letztlich habe ich sogar die günstigen Kurse bei einigen Aktien für Zukäufe genutzt.

Meine Zuversicht speist sich aus zwei Quellen: Einerseits hat der Aktienmarkt bisher alle Krisen abgeschüttelt, die ihm in den Weg gelegt wurden. Langfristig erzielen Aktien eine Rendite im hohen einstelligen Bereich, obwohl es in einzelnen Jahren mal stärker abwärtsgeht. Diese Zeiträume waren stets gute Kaufgelegenheiten.

Zum anderen verfügen selbst hochkompetente Wirtschaftswissenschaftler über eine fürchterliche Erfolgsbilanz mit ihren Prognosen. Sie sind selten besser und sogar oft schlechter als ein Dartpfeile werfender Affe, der zufallsbasierte Zukunftsprognosen aufstellt. Die Welt der Wirtschaft ist schlicht zu chaotisch und zu unregelmäßig, um akkurate Vorhersagen treffen zu können. Auch ein Kenneth Rogoff, der übrigens schon seit vielen Jahren zu den Pessimisten gehört, kann sich dem nicht entziehen.

Wie sollten Anleger jetzt in Aktien investieren?

Es gibt aus meiner Sicht keinen überzeugenden Grund, anders in Aktien zu investieren als sonst. Der ebenso wie ich sehr langfristig orientierte Investor Warren Buffett hat den Spruch geprägt, man solle gierig sein, wenn die anderen Anleger ängstlich sind.

Derzeit ist sehr offensichtlich eine Phase der Angst. Das spiegelt sich in den gefallenen Aktien wieder, die sich bisher noch nicht wirklich erholt haben und stark schwanken. Das kann für langfristige Investoren eine Gelegenheit sein, günstige Aktienschnäppchen zu ergattern.

Der Artikel Warum ich trotz aller Weltuntergangsprognosen „all in” bei Aktien bin ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Autor: Christoph Gössel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst (TMFchrisgsl)


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