FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Dienstag zugelegt. Bis zum Nachmittag stieg der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future um 0,63 Prozent auf 137,04 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel auf 2,28 Prozent.

Händler verwiesen auf die Verunsicherungen angesichts der Wahlen in den USA. An diesem Dienstag finden die Zwischenwahlen ("Midterms") zum Kongress statt. Laut Umfragen wird Präsident Joe Biden seine Mehrheit im Repräsentantenhaus und möglicherweise auch im Senat an die Republikaner verlieren. Das Regieren dürfte dann noch schwieriger werden.

Wenn die Republikaner die Mehrheit in mindestens einer Kammer erreichten, werde der politische Spielraum der Regierung Biden stark schrumpfen, schreiben die Experten der Dekabank. "Die Möglichkeit von expansiven fiskalpolitischen Impulsen entfällt, so dass sich von dieser Seite keine neuen Argumente für Renditeanstiege bei US-Treasuries ergeben." So gerieten die Renditen in den USA und in Europa unter Druck.

Signale für weitere Leitzinserhöhungen in der Eurozone belasteten die Anleihekurse nicht. "Weitere Zinserhöhungen sind erforderlich, um die Inflationsrate zurück auf zwei Prozent zu bringen", sagte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel. Auf die Höhe weiterer Erhöhungen wollte sich Nagel nicht festlegen: "Ich weiß nur, dass große Zinsschritte notwendig sind." Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Luis de Guindos, sagte: "Wir werden die Zinsen weiterhin auf ein Niveau anheben, das sicherstellt, dass die Inflation wieder mit unserer Definition von Preisstabilität in Einklang kommt."/jsl/he