Palantir-Aktie: Ist die Rallye am Limit oder kommt noch mehr?

Kursanstieg und mögliche Gewinnmitnahmen

Die Palantir-Aktie hat in den letzten Monaten einen beeindruckenden Höhenflug hingelegt. Seit Jahresbeginn stieg der Kurs um rund 50 Prozent – eine Entwicklung, die nun erste Verkaufsbereitschaft unter Anlegern weckt. Solche schnellen Kursgewinne führen oft zu Gewinnmitnahmen, was kurzfristige Rücksetzer auslösen könnte.

Charttechnisch bewegt sich die Aktie seit August 2024 in einem klaren Trendkanal. Die obere Begrenzung dieses Kanals ist nun fast erreicht, was als mögliches Kursziel interpretiert wird. Eine Konsolidierung auf diesem Niveau wäre ein typisches Marktverhalten und kein Grund zur Besorgnis für langfristig orientierte Investoren.

Bewertung bleibt ein Streitpunkt

Trotz der starken Performance gibt es kritische Stimmen zur Bewertung der Aktie. Experten warnen vor einem hohen Kursniveau und zunehmender Konkurrenz im Bereich Künstliche Intelligenz und Datenanalyse.

Dennoch gibt es Analysten, die weiteres Wachstumspotenzial sehen. Die jüngste Entwicklung zeigt, dass der Wert auch bei Rücksetzern stabil bleibt – das letzte breite Kurs-Gap bietet Unterstützung. Ein drastischer Einbruch scheint aus charttechnischer Sicht unwahrscheinlich, zumal die Nachfrage nach KI-Lösungen ungebrochen ist.

Seit Mitte 2022 ist der Aktienkurs von rund 7 Dollar auf 118 Dollar explodiert. Neben dem allgemeinen KI-Hype sorgen starke Quartalsergebnisse und optimistische Zukunftsaussichten für Euphorie am Markt. Das Management zeigt sich begeistert und betont die langfristigen Chancen durch die fortschreitende KI-Revolution.

Rekordumsätze und starke Prognosen

Am 3. Februar 2025 präsentierte Palantir beeindruckende Zahlen für das vierte Quartal 2024:

  • Umsatzwachstum von 36 Prozent auf 828 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahr

  • 52 Prozent Umsatzsteigerung im US-Geschäft

  • Regierungsaufträge legten um 45 Prozent auf 343 Millionen Dollar zu

CEO Alexander Karp zeigte sich euphorisch:
"Unsere Geschäftsergebnisse verblüffen weiterhin und zeigen, dass wir uns immer stärker im Zentrum der KI-Revolution befinden."

Besonders bemerkenswert ist die starke Auftragslage: Im letzten Quartal sicherte sich Palantir 129 Verträge mit einem Volumen von über einer Million Dollar – darunter ein Rekordauftrag über 803 Millionen Dollar. Das Unternehmen rechnet für 2025 mit Umsätzen zwischen 3,741 und 3,757 Milliarden Dollar, was den Erwartungen der Analysten entspricht.

Analysten uneinig über die Zukunft der Aktie

Trotz der starken Zahlen bleiben Analysten geteilter Meinung. Während einige Experten weiterhin optimistisch sind, sehen andere eine Überbewertung der Aktie.

  • Citigroup hob das Kursziel von 42 auf 110 Dollar an, bleibt aber bei einem „Hold“-Rating.

  • Morgan Stanley sieht die hohe Bewertung als größtes Risiko.

  • RBC Capital erhöhte das Kursziel von 11 auf 40 Dollar, stuft die Aktie aber weiterhin mit „Underperform“ ein.

  • Bank of America zeigt sich optimistischer und sieht ein Kursziel von 125 Dollar.

Fakt ist: Die Aktie bleibt in einem langfristigen Aufwärtstrend. Seit dem Frühjahr 2024 hat sie sich um über 1300 Prozent verteuert. Die entscheidende Frage für Anleger bleibt, ob das aktuelle Kursniveau gerechtfertigt ist oder ob eine Korrektur bevorsteht.

Insider-Verkäufe und ARK-Invest-Strategie

Auffällig ist, dass einige Palantir-Insider weiterhin Aktien verkaufen. Heather A. Planishek, Chief Accounting Officer von Palantir, trennte sich zuletzt von 13.891 Aktien im Wert von 1,6 Millionen Dollar – hält aber weiterhin über 500.000 Palantir-Aktien.

Auch Cathie Woods ARK Invest verkaufte zuletzt 174.910 Palantir-Aktien im Wert von rund 20,5 Millionen Dollar. Dennoch bleibt Palantir eine der größten Positionen in den ARK-ETFs. Diese Verkäufe könnten strategischer Natur sein und müssen nicht zwangsläufig als Vertrauensverlust gewertet werden.

Fazit: Weiterhin ein spannender Wert

Die Palantir-Aktie hat einen gewaltigen Lauf hinter sich, doch die Luft wird dünner. Während das Wachstumspotenzial im Bereich KI unbestritten ist, bleibt die hohe Bewertung ein Unsicherheitsfaktor. Anleger sollten die nächsten Quartalszahlen und die allgemeine Marktentwicklung im Auge behalten, bevor sie neue Entscheidungen treffen.