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Savings Association Insurance Fund (SAIF) Börsenlexikon Vorheriger Begriff: Federal Reserve Act (1913) Nächster Begriff: Bank Insurance Fund (BIF)

Eine bedeutende Reaktion auf die Savings-and-Loan-Krise der 1980er Jahre

Der Savings Association Insurance Fund (SAIF) war ein staatlicher Einlagensicherungsfonds in den Vereinigten Staaten, der speziell für Sparkassen (Savings and Loan Associations, S&Ls) eingerichtet wurde. Er wurde 1989 als Reaktion auf die schwere Savings-and-Loan-Krise gegründet und existierte bis 2006, als er mit dem Bank Insurance Fund (BIF) zum heutigen Deposit Insurance Fund (DIF) fusionierte.

Historischer Hintergrund

Die Entstehung des SAIF ist eng mit der Krise der Savings and Loan Associations in den 1980er Jahren verbunden. Diese Institute waren ursprünglich auf die Vergabe von Immobilienkrediten spezialisiert und spielten eine zentrale Rolle bei der Finanzierung des US-Wohnungsmarktes.

Savings-and-Loan-Krise der 1980er Jahre

  1. Deregulierung und riskante Geschäfte

    • Bis in die 1970er Jahre waren S&Ls streng reguliert, durften nur bestimmte Kreditarten vergeben und boten niedrige Sparzinsen an.
    • Mit dem Depository Institutions Deregulation and Monetary Control Act (1980) und dem Garn-St Germain Depository Institutions Act (1982) wurden viele dieser Beschränkungen aufgehoben.
    • S&Ls konnten nun riskantere Investitionen tätigen, was zu exzessiven Spekulationen, Korruption und Insolvenzen führte.
  2. Zinserhöhungen und wirtschaftliche Folgen

    • Die Federal Reserve erhöhte Anfang der 1980er Jahre drastisch die Zinssätze, um die Inflation zu bekämpfen.
    • Viele S&Ls hatten langfristige Immobilienkredite mit niedrigen Zinsen vergeben, mussten aber nun hohe Zinsen auf Einlagen zahlen.
    • Dadurch gerieten zahlreiche Sparkassen in finanzielle Schwierigkeiten.
  3. Massenhafte Bankenpleiten

    • Bis 1989 waren rund 1.000 Savings and Loan Associations insolvent.
    • Der Federal Savings and Loan Insurance Corporation (FSLIC), der damalige Einlagensicherungsfonds für S&Ls, hatte nicht genug Kapital, um alle Verluste zu decken.
    • Die Regierung musste eingreifen, um das Finanzsystem zu stabilisieren.

Gründung des SAIF

Als Reaktion auf die Krise verabschiedete der US-Kongress 1989 den Financial Institutions Reform, Recovery, and Enforcement Act (FIRREA). Die wichtigsten Maßnahmen waren:

  1. Auflösung des FSLIC

    • Der insolvente Federal Savings and Loan Insurance Corporation (FSLIC) wurde abgeschafft.
  2. Gründung des SAIF

    • Der Savings Association Insurance Fund (SAIF) wurde als neuer Einlagensicherungsfonds für Sparkassen eingerichtet.
    • Die Verwaltung des SAIF übernahm die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC).
  3. Einführung neuer Vorschriften für S&Ls

    • S&Ls unterlagen nun strengeren regulatorischen Anforderungen, um eine erneute Krise zu verhindern.

Aufgaben des SAIF

Der SAIF hatte ähnliche Aufgaben wie der Bank Insurance Fund (BIF), der für Geschäftsbanken zuständig war:

  1. Einlagensicherung für Sparkassen

    • Der SAIF garantierte Bankeinlagen bis zu 100.000 USD pro Kunde und Konto (später auf 250.000 USD erhöht).
  2. Stabilisierung des Sparkassensystems

    • Er sicherte das Vertrauen in Savings and Loan Associations, indem er die Sicherheit der Einlagen garantierte.
  3. Beitragsfinanzierung durch Sparkassen

    • Die Sparkassen zahlten Beiträge in den SAIF ein, um den Fonds zu finanzieren.
  4. Abwicklung insolventer Sparkassen

    • Falls eine S&L zahlungsunfähig wurde, übernahm die FDIC die Abwicklung und Entschädigung der Kunden.

Herausforderungen und Probleme des SAIF

Obwohl der SAIF erfolgreich zur Stabilisierung des Sparkassensektors beitrug, hatte er mehrere strukturelle Schwächen:

  • Kapitalisierungsprobleme:

    • Der SAIF hatte zunächst nicht genügend Mittel, um größere Bankenpleiten zu bewältigen.
    • 1996 wurde daher eine einmalige Sonderabgabe von Sparkassen erhoben, um den Fonds aufzufüllen.
  • Trennung vom Bank Insurance Fund (BIF):

    • Der BIF (für Geschäftsbanken) war deutlich größer und stabiler als der SAIF.
    • Da beide Fonds separat geführt wurden, zahlten Sparkassen höhere Beiträge als Geschäftsbanken, was als unfair angesehen wurde.
  • Abnehmende Bedeutung der Savings and Loan Associations:

    • In den 1990er und frühen 2000er Jahren ging die Zahl der traditionellen Sparkassen stark zurück, da viele in normale Geschäftsbanken umgewandelt wurden.
    • Dadurch wurde ein separater Fonds für Sparkassen zunehmend überflüssig.

Fusion mit dem Bank Insurance Fund (BIF)

Im Jahr 2006 wurden der SAIF und der BIF offiziell zum Deposit Insurance Fund (DIF) fusioniert.

Die Gründe für diese Fusion waren:

  1. Harmonisierung der Einlagensicherung

    • Da Sparkassen und Geschäftsbanken zunehmend ähnliche Geschäfte betrieben, war eine getrennte Absicherung nicht mehr notwendig.
  2. Senkung der Beitragslast für Sparkassen

    • Durch die Fusion mit dem BIF wurden die Beitragssätze für Sparkassen gesenkt.
  3. Erhöhung der Finanzkraft des Einlagensicherungsfonds

    • Ein gemeinsamer Fonds konnte Bankenzusammenbrüche besser bewältigen.

Seit 2006 existiert der Deposit Insurance Fund (DIF) als einheitlicher Einlagensicherungsfonds für alle Banken in den USA.

Bedeutung des SAIF für das US-Finanzsystem

Obwohl der SAIF nur 17 Jahre existierte, hatte er wichtige Auswirkungen:

  1. Wiederherstellung des Vertrauens in Sparkassen

    • Nach der Savings-and-Loan-Krise half der SAIF, das Vertrauen der Sparer zurückzugewinnen.
  2. Vermeidung erneuter Bankenkrisen

    • Durch strengere Vorschriften für S&Ls wurde eine Wiederholung der Krise verhindert.
  3. Langfristige Reform des Einlagensicherungssystems

    • Der SAIF war ein wichtiger Zwischenschritt zur heutigen Einlagensicherung durch den DIF.

Fazit

Der Savings Association Insurance Fund (SAIF) war eine bedeutende Reaktion auf die Savings-and-Loan-Krise der 1980er Jahre. Er stellte sicher, dass Sparkasseneinlagen abgesichert wurden und das Vertrauen in das Finanzsystem wiederhergestellt wurde.

Trotz seiner Erfolge war die langfristige Existenz des SAIF nicht notwendig, da Sparkassen und Geschäftsbanken zunehmend ähnliche Geschäftsmodelle verfolgten. Die Fusion mit dem Bank Insurance Fund (BIF) zum Deposit Insurance Fund (DIF) im Jahr 2006 war daher ein logischer Schritt zur Vereinfachung und Stärkung der Einlagensicherung in den USA.