Fallendes Dreieck (Descending Triangle) Börsenlexikon Vorheriger Begriff: Ansteigendes Dreieck (Ascending Triangle) Nächster Begriff: Abwärtsrisiko

Eine bedeutende bärische Chartformation, die auf eine zunehmende Verkaufsbereitschaft und einen wahrscheinlichen Kursrückgang hinweist

Das fallende Dreieck (Descending Triangle) ist eine wichtige Chartformation in der technischen Analyse, die häufig als Fortsetzungsformation in einem Abwärtstrend auftritt. Es signalisiert eine zunehmende Verkaufsbereitschaft und kann auf einen bevorstehenden Ausbruch nach unten hindeuten. Trader und Investoren nutzen diese Formation, um Verkaufssignale zu erkennen und geeignete Handelsstrategien zu entwickeln.

Merkmale des fallenden Dreiecks

Das fallende Dreieck wird durch zwei wesentliche Linien definiert:

  • Horizontale Unterstützungslinie: Diese Linie markiert ein Preisniveau, das mehrfach getestet wird, aber nicht unterschritten wird – sie fungiert als temporäre Unterstützung.
  • Fallende Widerstandslinie: Diese Linie verbindet eine Serie von aufeinanderfolgenden tieferen Hochpunkten. Sie zeigt, dass Verkäufer den Markt dominieren und den Preis immer weiter nach unten drücken.

Während sich der Kurs innerhalb des Dreiecks bewegt, wird die Handelsspanne kleiner, da Verkäufer aggressiver auftreten. Schließlich führt die zunehmende Verkaufsdynamik meist zu einem Durchbruch unter die Unterstützungslinie, was eine Fortsetzung des Abwärtstrends signalisiert.

Interpretation des fallenden Dreiecks

Das fallende Dreieck wird häufig als bärisches Signal gewertet. Es zeigt, dass Käufer das Preisniveau der Unterstützungslinie zwar verteidigen, aber nicht in der Lage sind, den Kurs nachhaltig nach oben zu treiben. Typische Eigenschaften dieser Formation sind:

Merkmal Beschreibung
Trendrichtung Meist Fortsetzung des Abwärtstrends.
Volumenentwicklung Während der Bildung der Formation nimmt das Volumen oft ab, steigt aber beim Durchbruch stark an.
Dauer der Formation Kann von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten reichen.
Ausstiegspunkt Ein Ausbruch nach unten gilt als Verkaufssignal. Ein Fehlausbruch kann zur Trendumkehr führen.

Handel mit dem fallenden Dreieck

Trader nutzen das fallende Dreieck gezielt für den Einstieg in Short-Positionen oder den Ausstieg aus Long-Positionen. Dabei gibt es mehrere Strategien:

  • Einstieg: Ein Verkauf oder eine Short-Position wird meist nach einem klaren Bruch der Unterstützungslinie mit erhöhtem Volumen eingegangen.
  • Kursziel: Die erwartete Abwärtsbewegung nach dem Ausbruch kann anhand der Höhe des Dreiecks bestimmt werden. Eine typische Regel ist, dass der Preisrückgang mindestens der maximalen Höhe der Formation entspricht.
  • Stop-Loss-Setzung: Ein Stop-Loss wird häufig oberhalb der letzten tieferen Hochpunkte oder knapp über der fallenden Widerstandslinie gesetzt, um Verluste zu begrenzen.

Beispiel für ein fallendes Dreieck

Angenommen, eine Aktie bewegt sich zwischen 80 € und 70 €. Der Kurs prallt mehrmals an der 70-€-Marke ab, bildet aber gleichzeitig niedrigere Hochs, etwa bei 78 €, dann bei 76 €, 74 € und 72 €. Dies zeigt, dass die Verkäufer dominieren und der Druck auf die 70-€-Unterstützung steigt. Schließlich durchbricht der Kurs mit hohem Volumen die 70-€-Marke, was eine starke Abwärtsbewegung auslöst.

Unterschiede zu anderen Dreiecksformationen

Das fallende Dreieck unterscheidet sich von anderen Dreiecksformationen wie dem ansteigenden und dem symmetrischen Dreieck:

Dreiecksart Charakteristik
Ansteigendes Dreieck Bullisch: Widerstandslinie bleibt horizontal, Tiefpunkte steigen.
Symmetrisches Dreieck Neutral: Sowohl Hochs als auch Tiefs konvergieren.
Fallendes Dreieck Bärisch: Unterstützungslinie bleibt horizontal, Hochpunkte fallen.

Fazit

Das fallende Dreieck ist eine bedeutende bärische Chartformation, die auf eine zunehmende Verkaufsbereitschaft und einen wahrscheinlichen Kursrückgang hinweist. Es bietet Tradern eine klare Struktur für den Handel, insbesondere für Short-Strategien. Ein bestätigter Durchbruch unter die Unterstützungslinie wird als starkes Verkaufssignal gewertet. Dennoch sollte der Ausbruch stets mit erhöhtem Volumen bestätigt werden, um Fehlsignale zu vermeiden. Die Kombination mit weiteren technischen Indikatoren, wie dem RSI oder gleitenden Durchschnitten, kann die Aussagekraft der Formation zusätzlich erhöhen.