DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Konsumgüterkonzern Henkel will wegen der anziehenden Geschäfte in seiner Konsumsparte 2024 eine Schippe drauflegen. Dabei zahlen sich die jüngsten Akquisitionen früher aus als gedacht. "Der sehr gute Start ins Jahr und die heutige Anhebung der Jahresprognose zeigen deutlich, dass wir mit unserer Wachstumsagenda auf dem richtigen Weg sind", zeigte sich Konzernchef Carsten Knobel in einer Mitteilung vom Freitag überzeugt. Henkel-Aktionären gefiel das: Die Aktie legte um rund acht Prozent zu.

Damit hat die Aktie seit dem Jahreswechsel um rund zehn Prozent an Wert gewonnen. Wer die Henkel-Papiere allerdings seit drei Jahren im Depot hält, blickt auf einen Rückgang von fast einem Fünftel.

Wie der Dax -Konzern weiter in Düsseldorf mitteilte, dürfte der Gesamtumsatz organisch gegenüber dem Vorjahr um 2,5 bis 4,5 Prozent zulegen. An beiden Enden der Spanne entspricht das einen halben Prozentpunkt mehr als bislang. Beim organischen Wachstum klammert Henkel Effekte wie Übernahmen, veränderte Wechselkurse sowie das Geschäft in Russland und die Hochinflation in der Türkei aus.

Auch die Profitabilität dürfte nun mit 13,0 bis 14,0 Prozent etwas größer ausfallen als bislang (12,0 bis 13,5 Prozent). Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) soll bei konstanten Wechselkursen um 15 bis 25 Prozent zulegen. Bisher wollte Unternehmenschef Knobel hier 5 bis 20 Prozent mehr.

Dass das Unternehmen hinter Marken wie Persil, Pril und Pattex sowohl seine Umsatz- als auch seine Margenprognose angehoben hat, überraschte RBC-Analyst James Edwardes Jones. Dies sei ungewöhnlich, da zum ersten Quartal nur die Umsatzentwicklung bekannt gegeben werde. "Die Profitabilität erholt sich offensichtlich ziemlich", schrieb er in einer ersten Reaktion.

Henkel profitiert gleich von mehreren Aspekten. Zum einen dürften die Übernahme des US-Anbieters von Schutzbeschichtungen und Dichtungslösungen Seal For Life Industries und der Kauf der Haarpflegemarke Vidal Sassoon in China nun keinen leicht negativen Einfluss mehr auf das nominale Umsatzwachstum haben. Beide Akquisitionen seien früher als erwartet abgeschlossen worden, hieß es. Bei Umrechnung der Erlöse in einer Fremdwährung könnte der negative Effekt geringer ausfallen als bislang vermutet.

Henkel hatte Anfang Februar den Erwerb von Vidal Sassoon bekannt gegeben. Mit der Übernahme der Marke und des damit verbundenen Haarpflegegeschäfts in China von Procter & Gamble will der Konzern seine Position in der Volksrepublik ausbauen. Henkel-Chef Knobel baut auf die Stärkung von bekannten Marken, zumal sich das Haar-Geschäft zuletzt nach Unternehmensangaben "sehr gut" entwickelt habe.

Bereits bei der Vorlage der Zahlen für das abgeschlossene Jahr hatte Knobel von zwei starken ersten Monaten gesprochen. Aus eigener Kraft habe der Umsatz der Consumer-Sparte im ersten Quartal um 5,2 Prozent zugelegt, hieß es am Donnerstag. Der Volumenrückgang dürfte sich weiter abgeschwächt haben, nachdem sich der Einzelhandel im vergangenen Jahr noch gegen Preiserhöhungen gesträubt hatten und es deswegen zu Lieferunterbrechungen gekommen war. Temporär konnten Kunden teilweise ihre bekannten Marken und Produkte nicht im Regal finden.

Der Konzernerlös des ersten Quartals fiel nach vorläufigen Erkenntnissen von 5,6 Milliarden Euro im Vorjahr auf nun rund 5,3 Milliarden Euro. Organisch sei der Umsatz um 3,0 Prozent gestiegen. Beim Gesamterlös entwickelte sich Henkel damit etwas schlechter als im Durchschnitt von Analysten erwartet, während das Plus aus eigener Kraft besser ausfiel.

Weitere Einzelheiten will Henkel am kommenden Mittwoch bekanntgeben./ngu/men/mis